Fixed Matches: Sichere Wett-Tipps für Kenner?

Fixed Games

Jeder, der gerne wettet, hat schonmal darüber nachgedacht: Mit Sportwetten Geld verdienen, indem man auf fixed Matches wettet. Man bräuchte einfach nur eine zuverlässige Quelle mit Tipps und dann würde es laufen.

Wenn es nur mal so einfach wäre. Zwar gibt es diese fixed Matches, verschobene Spiele, abgesprochene oder auch gekaufte Spiele. Jedoch handelt es sich unseren Erfahrungen und Recherchen nach um kriminelle Zweige, die im Verborgenen bleiben.  Die Facebook-Gruppen und die Profile auf Instagram, die einen auf Macker machen und uns angeblich 100% safe Wett-Tipps verkaufen wollen, sind dagegen nichts als Spinner und Kleinkriminelle.

Fixed Matches: Die Gruppen auf Social Media

Allein auf Facebook kann man hunderte Treffer landen: Wenn wir nach Schlagwörtern wie Fixed Matches, Fixed Games und sichere Wetten suchen, werden einige Gruppen und Pages angezeigt. Hast du dich schonmal gefragt, was es damit auf sich hat, was hinter dieses Pages steckt?

Wir haben schon ein paar Jährchen Erfahrung mit Sportwetten auf dem Buckel und haben das alles schon gesehen. Grundsätzlich lassen sich die Gruppen und Seiten mit diesen angeblichen Surebets in drei Gruppen einteilen:

  • Die Spinner
  • Die Affiliates
  • Die Kleinkriminellen

Nachfolgend stellen wir nun alle dieser Gruppe vor.

Die Spinner

Der typische Spinner ist oft noch nicht volljährig und möchte sich in den sozialen Medien profilieren. Wenn dieser Spinner eine Gruppe aufsetzt und behauptet, über seine Kanäle von todsicheren Wetten zu erfahren, bei denen „der Schiri garantiert gekauft“ wurde, dann tut es das vor allem für die Aufmerksamkeit, die er damit bekommt.

Der Spinner genießt es, dass die Leute etwas von ihm wollen und andere vermeintlich zu ihm aufsehen. Er fühlt sich durch die vielen Anfragen zu seinen Tipps als ganz toller Macker und kann so sein Selbstbewusstsein etwas weiter aufblasen. Der Spinner ist aber mit Abstand der harmloseste Typ von Leuten, die behaupten, sie könnten uns Infos zu fixed Matches geben.

Die Affiliates

Affiliates sind Werbepartner der Wettanbieter. Sie bekommen Geld dafür, dass sie über ihre Links neue Spieler anwerben. Nun kommt der Clou an der Sache: Diese Affiliates wollen euch keine sicheren Tipps andrehen. Sie wollen, dass ihr euch über ihre geposteten Links bei den Wettanbietern anmeldet, die Wetten setzt und dann euer Geld verliert. Sie verdienen nämlich durch Kommission mit, wenn ihre geworbenen Spieler ihr Geld bei den Wettanbietern lassen.

Die angeblich sicheren Wetten, die sie als Tipps verbreiten, dienen dabei nur als Köder. Sie sind Geschäftsleute, die an euren Verlusten mitverdienen möchten. Zwar geben sie sich nicht als Geschäftsleute zu erkennen und sie sind in der Regel auch ziemliche Amateure und Loser, die das Business-Ding mal selbst ausprobieren möchten. Ihre Tipps aber könnt ihr gepflegt in die Tonne treten. Das ist heiße Luft und sonst nichts.

Meistens sind haben die Tipps auf die angeblich gefixten Spiele hohe Quoten. Da denkt man sich dann schon: Wenn es wirklich eines dieser gefixten Matches ist, dann kann man damit ganz schön viel Geld verdienen. Sichere Wett-Tipps sind bei diesen Möchtegern-Geschäftsleuten aber einfach nicht am Start. Sichere Wetten findet man nicht in einer Facebook-Gruppe oder gar auf Twitter oder Instagram.

Die Kleinkriminellen

Kommen wir nun zur letzten Kategorie der Leute, die uns sichere Wett-Tipps in Form gefixter Spieler andrehen möchten: die skrupellosen und kriminellen Geschäftemacher.

Kriminell sind diese Leute nicht, weil sie Schiedsrichter oder Spieler bestechen. Das tun sie nämlich nicht. Sie wollen euch glauben machen, dass sie in diesen Zirkeln mit drinstecken oder zumindest Kontakte in die Unterwelt der Wettmafia haben. Wer diese Kontakte tatsächlich hat, erstellt dazu jedoch gewiss keine Facebook-Page.

Verschobene Spiele
Die Zielquoten auf angeblich manipulierte Spiele sind oft ziemlich hoch – und wertlos.

Und so funktioniert die Abzocke:

  1. Die Macher der Page schreiben, wer an den Tipps auf die fixed Matches interessiert ist, soll eine persönliche Nachricht senden. Man kann diese Wett-Tipps kaufen.
  2. Die Antwort auf die Nachricht lautet: Die sichere Wette kostet. Wir werden dazu aufgefordert, einen Betrag an ein Skrill-Konto zu überweisen, an ein Neteller-Konto oder gar Bitcoins zu transferieren.
  3. Dann bekommen wir einen Tipp aus der dritten Liga in Katar (oder ähnliches) mit einer recht hohen Quote. Wir setzen die Wette, aber der Tipp verliert (Wenn er mal gewinnen sollte, dann ist das pures Glück).
  4. Wenn wir uns beschweren, dann werden wir entweder geblockt oder uns wird gesagt, dass ausnahmsweise etwas falsch gelaufen ist. Der bestochene Spieler hätte sich nicht an die Abmachungen gehalten. Wir könnten als Entschädigung aber den nächsten sicheren Tipp zum halben Preis bekommen.

Spätestens an dieser Stelle muss auch dem naivsten Greenhorn klar sein: Jetzt ist Schluss mit lustig. Diese Wett-Taktik geht nicht auf und das hat einen guten Grund: Es findet bei den genannten Spielen keine Manipulation statt.

Darum gibt es keine sichere Wetten auf fixed Matches

Ohne Zweifel gibt es Wetten auf manipulierte Spiele. Wir stellen uns hier nicht hin und behaupten, dass der Sport zu 100% sauber sei, dass es keinen Wettbetrug gäbe. Der Haken an der Sache aber ist: Die Leute, die einen Spielausgang manipulieren, weihen auf keinen Fall Stefan und Ahmet aus Deutschland über Facebook in ihre Pläne ein.

Wer zum Beispiel einen Tennisspieler besticht, damit dieser sein Match verliert, der wird das im sehr kleinen Kreis halten. Es kann sein, dass der Spieler noch einen Freund einweiht, um selbst mit abzukassieren. Warum aber sollte ein beliebiger Seitenbetreiber auf Facebook in der Kette der Leute auftauchen, die von so etwas Wind bekommen?

Leute, die Spiele manipulieren, sind Profis. Es handelt sich dabei um einen geschlossenen Zirkel, der alles dafür tut, nicht aufzufliegen. Wir haben immer das Bild der großen Wettmafia im Kopf, aber die Realität ist: Verschobene Spiele sind Auswüchse von ganz kleinen Personengruppen. Bei fixed Matches im Tennis wissen meistens nicht mehr als eine handvoll Leute Bescheid. Manchmal gehen die Wetten sogar direkt vom Spieler oder der Spielerin aus. Dann wissen nur zwei Menschen Bescheid: derjenige, der das Match verlieren wird sowie ein einziger Komplize, der die Wetten setzt.

Bei Fußballspielen wächst der Kreis der eingeweihten Personen etwas an. Auch, wenn größere Gangs des kriminellen Milieus die Spiele in ihre eigenen Hände nehmen, dann liegt Anzahl der Wissenden im zweistelligen Bereich. Dennoch muss einfach in eure Köpfe: Diese Informationen werden niemals auf Facebook landen. Diese Gruppen werden im besten Fall von Leuten betrieben, die sich wichtig machen möchten und im schlechtesten Fall von Kriminellen, die euch über den Tisch ziehen wollen.

Sie können zwar manipulierte Scheine von angeblich großen Gewinnen posten, aber davon sollten wir uns nicht beeindrucken lassen. Es muss andere Wege geben, um mit Sportwetten Geld zu verdienen.

Alternative Strategie: Quotenverläufe

Man kann sich stattdessen Quotenverläufe anschauen. Es gibt Wetter, die auf sinkende Quoten schwören. Zwar ist es nicht völlig aus der Luft gegriffen, auf Wetten zu setzen, die auffallend stark fallen. Diese Strategie der dropping Odds geht aber auch nicht so einfach auf.

Denn zunächst einmal ist es so, dass Quoten nur bis zu einem gewissen Grad sinken können. Wenn sie zu stark sinken, dann werden sie komplett aus dem Programm genommen. Dann nämlich vermuten die Buchmacher möglichen Wettbetrug hinter der Quotenänderung, also ein gefixtes Match. Jedoch ist Match-Fixing nicht der einzige Grund für schwankende Quoten.

Die Wettquoten, die wir von den Buchmachern präsentiert bekommen, sind das Resultat gut ausgeklügelter Formeln. Dort kommen unzählige Statistiken zur Geltung, die aktuelle Formkurve der Teilnehmer und eine Fülle an Datenmaterial, die wir als Individuen gar nicht erfassen können. Deshalb sind die Buchmacher normalerweise im Vorteil gegenüber dem einzelnen Wetter.

Sinkende Quoten = Fixed Matches?

Allerdings spielt noch etwas anderes in die Quoten bei den Sportwetten mit hinein: nämlich das Risiko der Anbieter. In der Regel wollen die Wettanbieter das Risiko eines Wettevents so ausbalancieren, dass sie durch den Hausvorteil von 3% bis 6% auf jeden Fall einen Gewinn erzielen – egal, wie ein Spiel ausgeht.

Wenn nun eine hohe Wette auf einen bestimmten Spielausgang gesetzt wird, dann kann das die Wettquote verändern. Im Zuge des Risikomanagements nämlich hat der Anbieter durch diese hohe Wette einen Anlass, das Risiko umzuverteilen. Entsprechend senkt er die Quote mit der hohen Wette und versucht, andere Wettausgänge für die Spieler attraktiver zu machen.

Wenn nun jemand diese Quotenveränderung bemerkt und blind auf sinkende Quoten wettet, dann wird dieser Effekt noch verstärkt. Das kann bis zu dem Punkt weitergehen, dass Wettverhalten und Quotenverlauf so extrem verändert sind, dass der Buchmacher von einem gefixten Spiel ausgeht.

Oft werden sogar hohe Wetten auf ein Ereignis gesetzt in der Hoffnung, dass andere auf den Zug aufspringen und einen Domino-Effekt auslösen. Dadurch steigt dann die Wettquote auf den gegenteiligen Spielausgang und nun setzt der „Übeltäter“ eine noch höhere Wette auf eben diesen Ausgang. Dann wurde nicht ein Spiel, sondern allein die Wettquote erfolgreich manipuliert.

Vor diesem Hintergrund wird klar, dass sinkende Quoten gar nicht mal so oft auf Fixed Matches hinweisen. Oft handelt es sich einfach nur um Marktbewegungen, die aus anderen Gründen zustande gekommen sind. Eine sichere Wette sind Tipps auf sinkende Quoten hingegen nicht.

Courtside Betting

Beim Courtside Betting geht es darum, die Spielereignisse schneller zu wetten, als die Bookies ihre Infos bekommen (Eine ausfühliche Erklärung steht hier). Wenn zum Beispiel ein Stuhlschiedsrichter beim Tennis weit unter den professionellen Leveln die gespielten Punkte sehr langsam ins System eingibt, dann kann sich daraus ein Vorteil ergeben. Nämlich dann, wenn man das Spiel selbst vor Ort verfolgt und schnell eine Wette setzt.

Wenn man aber Bundesliga schaut oder sogar Regionalliga-Fußball, dann wird das nicht klappen. Der Zeitvorsprung ist nicht groß genug, denn als Sicherheitsnetz haben die Wettanbieter eine mehrsekündige Wartezeit bei Livewetten, bis die Wette angenommen ist.

https://www.youtube.com/watch?v=WHP4BXxGAqA

Fazit

Es wäre Unfug, zu behaupten, dass Wettbetrug nicht existiert. Es gibt abgesprochene Spiele, es gibt Spieler und Mannschaften, die absichtlich verlieren und es gibt auch gekaufte Schiedsrichter, die wie Robert Hoyzer alles andere als unparteiisch sind. Die Leute, die Spiele verschieben, verbreiten ihre Infos aber nicht auf Facebook oder irgendwo im Internet.

Die Leute, die auf Facebook eine Seite mit Wett-Tipps zu angeblichen fixed Matches verbreiten sind im besten Fall ein paar aufgeblasene Trottel, die sich wichtig machen wollen. Auf keinen Fall solltet ihr für angeblich sichere Wetten Geld an jemanden überweisen: Denn sichere Wett-Tips gibt es nur, wenn man selbst ein Spiel absichtlich verliert. Im Internet findet man keine Infos zu gefixten Spielen.

Wir sollten unsere Energie lieber darauf verwenden, Spiele besser zu analysieren und so unsere Gewinnmarge zu verbessern. Den Tipps von vermeintlich verschobenen Spielen hinterherzulaufen führt zu vielem, aber eben nicht zum Geld verdienen mit Sportwetten.

Autor: "Daniel.Roth" - Status: Experte
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Vieles habe ich dadurch gelernt, dass ich schon lange in der Branche arbeite. Mein Vater hat früher die Wettquoten per Brief aus der Schweiz erhalten und seine Tipps dann dorthin zurückgeschickt. Selbst wetten tue ich schon lange online, aber nur sporadisch. Ich bin übrigens Fan der SG Wattenscheid 09, mag aber auch den VfB Oldenburg.

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